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1506 - Die Marken

Die Marken waren ein, besonders bei Künstlern aus Venedig, Umbrien und der Toskana, beliebtes Territorium, um ihrem Handwerk nachzugehen. Die Natur bot ausreichend Anlass, die Staffelei aufzustellen und zu malen. Hier konnten sie lernen, das auf die Leinwand zu bringen, was sie sahen. Die Marken, eigtl. Marca (Marke=Markierung, Grenze: ehemaliges Grenzgebiet Roms), liegt in Mittelitalien zwischen Adria und Apennin. Die Anziehungskraft der Marken auf die Maler erklärt sich durch das Zusammenspiel von Küstengebiet und Hügellandschaft auf engstem Raum. Die Nähe zum Meer, das Mittelmeerklima und die karge Bevölkerung waren andere Aspekte, die diese Region für die Maler so attraktiv machte. Bei dem Begriff Hügellandschaft ist wiedermal der Blick auf das Detail entscheidend. Die Marken bieten Hochgebirgspanoramen bester Qualität, ohne dass der Künstler zugleich als passionierter Bergsteiger herausgefordert wird. Die tatsächliche Enge des Raumes zwischen Küste und Gebirge und die relativ anspruchslosen Fußwege erleichterten dabei nicht nur den Transport der notwendigen Utensilien. Auch die Gefahr, durch Überfälle um sein Werk gebracht zu werden, war geringer als in anderen Gegenden Italiens.

Altarpolyptychon von Recanati

Von 1506 bis 1508 arbeitete Lotto in Recanati an seinem ersten mehrteiligen Werk, einem Polyptychon. Dieses setzt sich zusammen aus einem Hauptbild, das von zwei Flügeln eingerahmt wird und den oben abgerundeten so genannten Bekrönungen dieser drei Bilder. Damit standen sechs Bilder zur Verfügung, die – je nach Werk oder Auftrag – isolierte Einzelgemälde oder miteinander verwobene Einzelszenen darstellten.
Das Altarpolyptychon von Recanati zeigt im Hauptbild die thronende Maria mit dem Kind sowie drei Engel, den HL. Dominikus sowie die heiligen Päpste Gregor und Urban. Die Bekrönung des Hauptbildes ist mit einer Engelpietà ausgemalt. Der linke Flügel gibt den HL. Thomas von Aquin und den HL. Flavian wieder. Die HL. Katharina und Vinzenz Ferrer teilen sich die Bekrönung des linken Flügels. Petrus der Märtyrer und der HL. Vitus sind auf dem rechten Flügel zu sehen, während Lucia und der HL.Sigismund auf der Bekrönung dargestellt sind.
Ganz sicher kann man sich bei diesen Angaben aber offensichtlich nicht sein, da selbst renommierte Hersteller von Repliken in originalgetreuen Ölfarben und Maltechniken, zum Beispiel die HL. Katharina neben dem HL. Sigismund platzieren. Hierbei lässt sich auch schnell erkennen, wie weit unser Wissensstand zum Teil von der Realität des Alltags vor 500 Jahren entfernt ist. Es ist heute kaum möglich, durch Vergleiche von Bildern und Analyse der Attribute, die Personen auf diesem Werk sicher zu definieren. Man kann aber davon ausgehen, dass im Mittelalter und während des Aufbruchs zur Moderne das gemeine Volk in der Regel wusste, wer auf diesen Bildern dargestellt war.







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