Lorenzo Lotto

Lorenzo Lotto

Der Lotto!
Das heißt: Das Lotto!
Nee: Der Lorenzo Lotto!
Wer soll das sein?

So oder so ähnlich kann man sich vielleicht einen kurzen Dialog über den Maler Lorenzo Lotto vorstellen, der – mal fokussiert auf die Kunsthochburgen Mitteleuropas – gerade in Deutschland vergleichsweise wenig bekannt ist. Die Gründe dafür sind vielfältig. Sicherlich ist das geringe Interesse auch darin begründet, dass das Cinquecento (italienisch für fünfhundert; bezeichnet das Jahr 1500 bzw. der Zeitraum 1500 bis 1600, also das 16. Jh) eine ganze Reihe von Künstlern hervorbrachte, deren Namen für die Malerei der Renaissance, der Hochrenaissance und des Übergangs zum Barock, also zur Moderne symbolisierten.
Werke und Künstler aus dieser Zeit gehören zur Allgemeinbildung:
Nicht nur, dass es viele Berühmtheiten gab; auch die absolute Zahl der Maler nahm ständig zu. Der Konkurrenzkampf war groß; andererseits war der Bedarf an Malereien und anderen Künsten recht hoch. Nicht nur Päpste, Könige und Kaiser verschönerten ihr wohnliches Ambiente und demonstrierten Reichtum und Macht. Auch andere Bevölkerungsschichten konnten es sich leisten, viel Geld für die Künste auszugeben.
Aus heutiger Sicht mag das geringe Interesse an Lorenzo Lotto dennoch verwundern. Wenig wurde über ihn geschrieben und gäbe es nicht eine Reihe von Ausstellungen (deren Anzahl im Verhältnis zu anderen Malern seiner Zeit noch recht gering waren), so wüsste man kaum etwas über das Leben des venezianischen Künstlers.